Trauerfeier öffentlich – oder nur geladene Gäste?

Trauerfeier öffentlich - oder nur geladene Gäste?

Trauerfeier öffentlich – oder nur geladene Gäste?

Trauerfeier öffentlich – oder nur geladene Gäste?

Wie ist das eigentlich mit einer Trauerfeier? Lädt man nur bestimmte Personen ein, oder ist das öffentlich für jeden? Wie handhabe ich das mit dem Kaffeetrinken?

Zunächst einmal geben sich Trauerfeiern in Friedhofskapellen und Beisetzungen am Grab wie eine öffentliche Veranstaltung. Man könnte also meinen, dass da grundsätzlich jeder hingehen und teilnehmen kann. Tatsache ist aber, dass man als derjenige, der die Trauerfeier ausrichtet und als derjenige, der die Mietgebühr für die Trauerhalle bezahlt, auch bestimmen kann, wer an der Feier teilnimmt und wer nicht.

Wir als Bestatter kennen dieses Thema vor allem von zerstrittenen Familien, wo der eine Teil der Familie nicht will, dass der andere Teil kommt. Hier haben wir von Kollegen schon gehört, dass die Polizei dafür sorgen musste, dass das Hausrecht und der Frieden gewahrt bleiben.

Aber bevor man Überlegungen anstellt, wie man unliebsame Personen von der Trauerfeier fern hält, sollte man lieber darüber nachdenken, ob man nicht angesichts des Todes und der Trauer für einen Moment die Waffen schweigen lassen sollte. Es ist niemandem damit geholfen, vor dem Sarg einen zickigen Kleinkrieg auszufechten.

Zu der Frage, wen man zur Trauerfeier einlädt, wenn keine Zwistigkeiten vorhanden sind, muss die Antwort einfach lauten: Das hängt davon ab.

Denn es ist zu berücksichtigen, wie aktiv der Verstorbene im Leben gestanden hat und wer als Trauergast alles in Frage kommt. War der Verstorbene beispielsweise in vielen Vereinen tätig, parteipolitisch aktiv oder stand er noch im Berufsleben, so ergibt sich meist eine größere Personenzahl als bei einem alleinstehenden, alten Mütterchen.

Möchte man nun, dass viele Menschen vom Todesfall erfahren und möglichst viele zur Trauerfeier kommen, so bietet es sich an, die Öffentlichkeit über eine Traueranzeige in der Zeitung zu informieren. Dort kann man über Textzusätze fein kanalisieren, wer wohin kommt. Ein solcher Satz könnte z.B. so lauten:
„Die Trauerfeier ist am xxx um xxx Uhr auf dem Friedhof xxx. Die Beerdigung findet anschließend im engsten Kreis statt.“

Dies ist nur ein Beispiel für einen solchen Zusatz. Man kann das in mannigfaltigen Formen abwandeln, und nun die Gäste auch zur Beerdigung zulassen oder alle auch zum Kaffeetrinken einladen.

Will man aber, dass weniger Leute als befürchtet kommen, so sollte man dem schon im Text der Anzeige entgegenwirken. Daneben bieten sich in diesem Fall persönliche Trauerkarten bzw. Totenbriefe an. Diese sendet man nur an diejenigen, die man auch wirklich dabei haben möchte. Die Vorsitzenden von Vereinen, in denen der Verstorbene Mitglied war, kann man bitten, nur eine kleine Abordnung zu schicken.

Was das Kaffeetrinken, also den anschließenden Leichenschmaus anbetrifft, so ist es nicht empfehlenswert, hierzu allgemein in der Tageszeitung einzuladen. In der Zeitungsanzeige lässt man das besser weg.

Wer Totenbriefe verschickt, der kann bei uns zweierlei drucken lassen. Eine Auflage enthält keine Einladung zum Leichenschmaus und die zweite Auflage ist mit dieser Einladung. Diese könnte lauten: „Nach der Beisetzung laden wir zu einem Kaffeetrinken in die Gaststätte xxx ein.“

Sehr bekannt sind auch die sogenannten Kaffeekärtchen. Das sind kleine Kärtchen, etwas größer als eine Visitenkarte, die ebenfalls mit einer Einladung zum Kaffeetrinken bedruckt sind. Diese Kärtchen legt man nur den Trauerkarten bzw. Totenbriefen bei, deren Empfänger man beim Kaffeetrinken dabei haben will.

Wie auch immer man das handhabt, es besteht immer die Möglichkeit, dass auch völlig Unerwartete zur Trauerfeier, Beerdigung oder zum Kaffeetrinken kommen.

Wenn es keinen besonderen Grund gibt, sollte man möglichst jedem ausreichend Möglichkeit geben, auch zu trauern. Viele Angehörige wissen gar nicht, wen der Verstorbene alles kannte.

Wie bei allem rund um das Thema Trauer und Bestattung gehört auch hier viel Fingerspitzengefühl auf allen Seiten dazu. Wir als Bestatter kennen uns mit den Feinheiten aus und können Sie in allen Fragen auch rund um das Kaffeetrinken und den Leichenschmaus ausführlich beraten.